Gastbeitrag: Podiumsdiskussion am Gymnasium Gevelsberg

Am 22. März 2017 fand am Städtischen Gymnasium Gevelsberg eine Podiumsdiskussion bezüglich der anstehenden Landtagswahlen in NRW statt. In der von dem Sozialwissenschaften-Leistungskurs der Q1 organisierten Veranstaltung, standen die Politiker der CDU, SPD, Die Grünen und FDP den Schülern Rede und Antwort und lieferten sich eine erregte Debatte.

 

„Wir freuen uns, dass die Schule es uns ermöglicht eine derartige Veranstaltung durchzuführen und somit neue Erfahrungen zu machen“, erklärte Kristin Wagner, eine Schülerin des Leistungskurses. Bei den Schülern löste die Diskussion Interesse aus, sie konnten den Politikern Fragen stellen, die sie in ihrem Alltag beschäftigen. Auch dass sie den Politikern so nah begegnen konnten, war eine neue Erfahrung für sie. Die Schüler lernen das Wahlprogramm der Parteien kennen und konnten sich so ihre eigene Meinung zu bestimmten Themen bilden.

 

„Da in unserer heutigen Zeit das politische Interesse der Jugendlichen zurückgeht, wollten wir die Relevanz dieser Thematik den Schülern wieder deutlicher vor Augen führen“, gab Marlon Kampmann, ebenfalls Schüler des Leistungskurses wieder.

 

Eröffnet wurde die Diskussion durch die politische Vorstellung der Kandidaten, die ihre grundlegenden Ziele und Zuständigkeitsbereiche mit einem Statement darstellten.

 

Angesprochen auf seinen Finanzierungsschwerpunkt, legte  Christian Brandt, der die CDU vertrat, seine Meinung dar, dass sowohl in Straßenbau- und Integrationsarbeit investiert werden müsse, aber andererseits auch auf eine Schuldenbremse für die nächsten Generationen geachtet werden solle. Hubertus Kramer (SPD) ordnete Gevelsbergs Haushaltssituation im Landesdurchschnitt ein und lobte zugleich die „hervorragende“ Infrastruktur der Stadt.

Der Kandidat der Grünen, Nils Kriegeskorte, legte den Schwerpunkt beim Thema Soziales auf kostenlose Bildung für alle bis hin zum Studium. Als seitens der Schüler die Frage angebracht wurde, wie den momentan verstärkten rechtsextremen Tendenzen entgegenzuwirken sei, erklärte Ulrich Schilling (FDP), dass es besonders wichtig sei, die Menschen ernst zu nehmen, um diesen wiederum die Ängste nehmen zu können. Im Bereich Bildung wurde Hubertus Kramer nach seiner Meinung zu G8 befragt. Dieser kritisierte, „dass die vorherige Regierung, diese Entscheidung getroffen hätte und so die Einführung völlig unvorbereitet für die Schulen, Lehrer, Eltern sowie Schüler kam“, stellte jedoch in Aussicht, dass die Schüler in Zukunft selbst wählen dürfen für welche Variante sie sich entscheiden. Nils Kriegeskorte sprach sich zudem dafür aus ein Fach zu schaffen, welches die Schüler besser auf das spätere Leben vorbereitet, „mir selbst hat dies in meiner Schulzeit gefehlt“, kritisierte er. Inhalt sollten zum Beispiel das Anfertigen von Steuererklärungen, sowie das Vergleichen von Versicherungsangeboten sein. Fächer wie Philosophie, Musik oder Religion abzuschaffen, steht hingegen nicht zu Debatte. Alle Politiker waren sich einig, dass diese Fächer es den Schülern ermöglichen einen neuen Blickwinkel einzunehmen und Spaß am Lernen zu haben. Der Kandidat der FDP plädierte des Weiteren dafür generell höhere Investitionen in Schulen zu tätigen. Diese könnten sowohl technischer Natur sein, um den Unterricht digitaler gestalten zu können, aber auch die Infrastruktur betreffen, um den Schulweg zu erleichtern. Dem stimmte auch die CDU zu, schließlich verbrächten die Schüler einen Großteil ihrer Zeit in der Schule, also sei es auch wünschenswert die Schule in einen Ort zu verwandeln, in dem man sich wohlfühlen könne. Hubertus Kramer ergänzte, dass jedoch nicht nur in die Ausstattung investiert werden müsse, sondern auch in die Weiterbildung der Lehrkräfte. Andernfalls hätten diese Schwierigkeiten digitale Medien im Unterricht einzusetzen.

Bei der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft waren sich alle Vertreter der Parteien einig, dass die Sprache der Schlüssel zum Erfolg ist. Darüber hinaus forderte die FDP einen Abbau der Bürokratie, um Hilfe zu erleichtern. Hubertus Kramer fügte hinzu, dass es nicht nur um formale Dinge ginge, man müsse auch emotional „Nachbarn werden“.

 

Verschiedene Auffassungen gab es bezüglich der Lösung der Probleme, die das Rentensystem betreffen. Brandt (CDU) sieht den Schlüssel darin mehr Arbeitsplätze zu schaffen, indem in Bildung und Forschung investiert werde. Allerdings müsse auch privat vorgesorgt werden. Die SPD strebt an höhere Löhne zu schaffen, sodass die Einzahlungen in die Sozialkassen steigen. Die FDP schlägt vor Einwanderungsgesetze zu schaffen. So gebe es mehr Beitragszahler, die das Rentensystem stützen. Der Kandidat der Grünen sprach eine Umwandlung des Rentensystems in eine Bürgerversicherung an. Außerdem warnte er davor „das Rentenalter weiter hoch zu setzen“.

 

Abschließend lobten alle Politiker das Interesse der Schüler. Brandt nimmt ein positives Gefühl von der Veranstaltung mit und freute sich das Gegenteil von Politikverdrossenheit erlebt zu haben. Er lobte auch die „spannenden Fragen“ der Schüler. Auch Hubertus Kramer bedankte sich für die Aufmerksamkeit und hoffte: „Den Schülern die Entscheidung bei der Landtagswahl erleichtert“ zu haben. Der Kandidat der Grünen forderte die Schüler auf, sich (weiterhin) politisch zu engagieren und brachte seine Hoffnung auf eine „gute Landtagswahl“ zum Ausdruck. Auch Schilling stellte den Schülern, die Möglichkeit in Aussicht, sich politisch zu betätigen.

 

Alles im Allen waren die Schüler sehr zufrieden, mit dem Verlauf der Diskussion und waren stolz auf das Projekt, welches sie in ihrem Leistungskurs auf die Beine gestellt haben. Sie würden es „jeder Zeit mit Freude wiederholen“.

Luisa Büsgen & Frederik Stein, Q1

Foto: André Sicks

 

Von | 2017-03-28T20:18:13+00:00 23.03.2017|Kategorien: Allgemein, Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis, Ennepetal, Gevelsberg, Hagen, Kommunalpolitik, Landespolitik, NRW, SPD|